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Schiedsrichter

Schiedsrichter

Allgemeines
Polo ist eines der am schwierigsten zu Schiedsrichternden Spiele, durch die Kompliziertheit der Regeln, die Geschwindigkeit des Spieles und durch die Notwendigkeit, sofort Entscheidungen im Zusammenhang mit Spielwinkel und Entfernung des Spiels zu treffen. Ein guter Schiedsrichter muss daher die Regeln sehr gut beherrschen, sich immer auf das Spiel konzentrieren und eindeutig und entschlossen in seinen Entscheidungen sein. Nur so wird der Schiedsrichter von den Spielern respektiert und es vereinfacht seine Aufgabe. Der Schiedsrichter sollte alle Spieler gleichermaßen fair und korrekt behandeln und immer bereit und in der Lage sein, eine gefährliche oder emotional geladene Situation zu kontrollieren. Er sollte in gewisser Weise eine Führungspersönlichkeit sein, aber nicht zu diktatorisch. Die Schiedsrichter sollten bemüht sein, das Spiel immer am Laufen und Verzögerungen so gering wie möglich zu halten, Regelverstöße sofort zu ahnden und das Spiel zu kontrollieren. Das Spiel soll Spaß bringen.


Die Wahl des Schiedsrichters
Die Turnierleitung muss für jedes Spiel die Schiedsrichter sorgfältig auswählen. Diejenigen, die ein eigenes Interesse an einem Spielausgang oder einen Verwandten oder guten Bekannten in der Mannschaft haben, sollten nicht schiedsrichtern. Die Turnierleitung sollte die Schiedsrichter mit Geschick auswählen und Schiedsrichter mit einer Antipathie gegen eine bestimmte Mannschaft nicht benennen. Da es selten genügend erfahrene Schiedsrichter gibt, sollte möglichst auch ein nicht so erfahrener Schiedsrichter eingesetzt werden, auch schon, um anderen Spielern die Möglichkeit des Lernens zu geben. Ein Mannschaftskapitän hat die Möglichkeit, vor Beginn eines Turniers der Turnierleitung mitzuteilen, dass das Team über die Ernennung eines bestimmten Schiedsrichters nicht einverstanden ist. Wenn aber ein Schiedsrichter für ein Spiel nominiert wurde, kann kein Protest mehr eingelegt werden.


Spielvorbereitung
Ein Schiedsrichter sollte mindestens 10 Minuten vor Spielbeginn auf dem Spielfeld erscheinen. Er sollte weiße Reithosen, Reitstiefel und einen Helm tragen. Er muss sich bei der Turnierleitung melden und das Schiedsrichterhemd, die Pfeife und den Pick Up Stick in Empfang nehmen. Er sollte dann das Schiedsrichterpferd übernehmen und sicher stellen, dass es zum Schiedsrichtern geeignet und aufgetrenst ist sowie eine Balltasche hat. Es ist wichtig, dass die Schiedsrichter gut beritten sind und Pferde haben, die zuverlässig und fit sind. Es ist nicht sinnvoll, ein neues oder untrainiertes Pferd einzusetzen, da der Schiedsrichter seinen Aufgaben nicht gerecht werden und sich das Pferd evtl. verletzen kann. Die Schiedsrichter sind von Anfang an für ihren Bereich verantwortlich. Das Spiel wird frei gegeben, sobald die Mannschaften bereit sind zu spielen und alle Offiziellen und auch Arzt bzw. Sanitätswagen anwesend sind. Die Turnierleitung sollte die Schiedsrichter rechtzeitig informieren, ob die Mannschaften vor Beginn des Spiels einreiten oder nicht. Die Auslosung der Seitenwahl sollte vorgenommen werden, bevor die Mannschaften den Platz betreten.


Die Schiedsrichter sollten:
mindestens 2 Minuten vor Spielbeginn auf den Poloplatz reiten, zusammen mit den Mannschaften, wenn eingeritten wird. Ein- oder zweimal laut pfeifen, um bei den Spielern Aufmerksamkeit und Spielbereitschaft zu erwecken. die Farben der Spielerhemden überprüfen und sicherstellen, dass die beiden Teams gut auseinander gehalten werden können. sicher stellen, dass ein Oberschiedsrichter vorhanden ist, und herausfinden, wo er sich aufhält. überprüfen, dass mindestens ein Sanitätswagen oder Arzt oder eine medizinische Hilfe vorhanden ist und wo. die Anzeigetafel überprüfen und sicher stellen, dass sie richtig beschriftet ist (Handicap Diff.). entscheiden, welcher Schiedsrichter welche Seite übernimmt. Die beiden Schiedsrichter können in der Halbzeit die Seiten wechseln, wenn die Sonne zu sehr blendet. die Mannschaftskapitäne auffordern, die Seitenwahl vorzunehmen. Normalerweise wird der Kapitän der Gästemannschaft gebeten, zu wählen. Beide Mannschaftskapitäne sollten auch gefragt werden, ob sie mit der Beschriftung der Anzeigetafel einverstanden sind. Ist der Ball eingeworfen, kann im Nachhinein nichts mehr korrigiert werden. sich darauf einstellen, Spieler auch vor Spielbeginn zu bestrafen, die ihr Pferd auf dem Poloplatz schlagen, auch schon bevor der Ball eingeworfen wird.


Schiedsrichteraufstellung
Die Schiedsrichter sind ein Team und arbeiten entsprechend zusammen. Der erfahrenere der beiden berittenen Schiedsrichter sollte alles tun, um den anderen Schiedsrichter zu unterstützen und ihn auch eigene Entscheidungen treffen zu lassen. Wenn der erfahrenere Schiedsrichter eine Entscheidung, ob gefoult wurde oder nicht, ohne den anderen Schiedsrichter fällt, besteht die Möglichkeit , dass die Teams den einen Schiedsrichter gegen den anderen ausspielen. Schiedsrichter werden von Zeit zu Zeit immer mal wieder unterschiedlicher Meinung sein. Ein zu häufiges Befragen des Oberschiedsrichters verzögert das Spiel nur unnötig und ist der Autorität der Schiedsrichter nicht dienlich.
Nachdem sich die Schiedsrichter vor Spielbeginn über die Seitenverteilung geeinigt haben, sollten sie sich über die Platzaufteilung absprechen Ð ähnlich, wie es beim Tennis die Doppelpartner tun. Richtig wäre, wenn ein Schiedsrichter der Ballinie folgt und der andere parallel zum Spiel reitet. Unabhängig davon, wo sich der Schiedsrichter auf dem Spielfeld aufhält, muss er sofort pfeifen, wenn er ein Foul sieht, da der andere Schiedsrichter evtl. das Foul nicht gesehen haben könnte. Das wichtigste ist, dass die Schiedsrichter in der Nähe des Spielgeschehens bleiben, um richtige Entscheidungen treffen und das Spiel jeder Zeit überblicken zu können.


Spiel anhalten
Der Schiedsrichterpfiff muss entschlossen und gut hörbar sein, um ein Spiel und die Zeit anzuhalten oder zweimal kurz ertönen, um das Spiel anzuhalten, aber nicht die Zeit (Regel E 5). Der Schiedsrichter sollte die Pfeife im Mund behalten bzw. in der Hand halten, um sofort pfeifen zu können. Wenn die Entscheidung zu pfeifen verzögert wird und das Spiel weiter läuft und das Foul nicht gleich gepfiffen wird, kann dies zu Problemen und Vertrauensverlust führen. Die Schiedsrichter müssen daran denken, dass der Zeitnehmer erst auf Abpfiff reagiert.Pfeift der Schiedsrichter nicht laut genug, kann der Zeitnehmer evtl. den Pfiff nicht hören, besonders bei starkem Wind und Nebengeräuschen. Ganz allgemein sollte nicht gepfiffen werden, wenn der Ball über die Bande, Grundlinie (durch einen Stürmer) oder ein Tor geschossen wird. Wenn der Schiedsrichter allein auf dem Platz ist, kann er nach eigenem Ermessen pfeifen und die Zeit anhalten, um in Position zu gelangen, z.B. um einen Einwurf auszuführen.
Pfeift Schiedsrichter A, sollte er umgehend mit Schiedsrichter B abstimmen, ob er dem Foul und der angezeigten Strafe zustimmt. Dies sollte durch Zeichen geschehen oder eine andere vorher abgestimmte Regelung. Unterhaltungen zwischen den Schiedsrichtern sollten auf ein Minimum beschränkt bleiben. Können sich die Schiedsrichter nicht einigen, müssen sie sich umgehend an den Oberschiedsrichter durch Handheben wenden und in seine Richtung galoppieren. Diese Prozedur kann abgekürzt werden, indem der Schiedsrichter seine Hand hebt, um eine Entscheidung vom Oberschiedsrichter zu erhalten. Ganz allgemein ist es für die Autorität der Schiedsrichter schädlich und für das Spielgeschehen abträglich, wenn lange Diskussionen zwischen den Schiedsrichtern und dem Oberschiedsrichter stattfinden. Entschiedenes, sofortiges und entschlossenes Handeln ist zu empfehlen, denn langes Lamentieren und Diskutieren enden meistens doch nur in einem Einwurf.


Sobald die Schiedsrichter entschieden haben, welche Mannschaft gefoult hat, muss umgehend der Strafstoß angezeigt werden. Die Schiedsrichter müssen der Mannschaft, die gefoult hat und gegen die ein Strafstoß gegeben wurde, die Möglichkeit zur Aufstellung bzw. Positionierung der Verteidigung geben. Foult die verteidigende Mannschaft, wird der Strafstoß nicht von der Stelle, sondern ein weiteres Strafmaß in Richtung Tor gegeben. Foult die stürmende Mannschaft, wird mindestens ein Strafstoß von der Stelle gegeben. Nachdem sich die Schiedsrichter über den Strafstoss einig sind, muss Schiedsrichter A eine entsprechende Ansage machen: z.B." Rot hat das Wegerecht überkreuzt, Freischlag von der Stelle" und sofort zu der Stelle galoppieren, wo sich das Foul ereignete, den Ball dort fallen lassen und Stellung beziehen.
Der Schiedsrichter sollte Regel F 13 (Vorteilsregel) nur mit Überlegung gelten lassen, da die Mannschaft manchmal einen Strafstoß vorzieht, als weiterzuspielen. Die Vorteilsregel darf niemals für ein grobes oder absichtliches Foul gegeben werden.


Spielbeschwerden Regel C 2 D schreibt vor, dass sich kein Spieler beschwerden darf. Diese Regel gehört wahrscheinlich zu den Regeln, die am meisten verletzt werden. Schiedsrichter müssen dies mit Spitzengefühl handhaben. Wenn ein Spieler der Meinung ist, dass ihn der Gegenspieler im nächsten Spielzug foult, hält der Spieler automatisch seinen Schläger hoch und ruft laut, um so anzuzeigen, dass er sich und sein Pferd vor einem Regelverstoß des Gegenspieler bewahren will und dem Schiedsrichter anzeigt, dass ein Foul begangen wird. Dem Schiedsrichter ist bekannt, dass Beschwerden von Spielern, die mit dem Schläger gestikulieren, oder Schreien von Spielern ein Foul ist und bestraft wird. Jegliche Art von Schwingen des Schlägers in der Luft (Helikopter) muss als Foul gewertet werden, weil es gefährlich ist. Der Kapitän einer Mannschaft hat das Recht, während des Spiels den Schiedsrichter wegen einer Schiedsrichterentscheidung zu befragen, aber nicht den Schiedsrichter zu kritisieren. Manchmal können die Schiedsrichter einer angespannten Situation entgegen wirken, indem sie sachlich und ruhig erklären, warum ein Foul gegeben wurde. Die Schiedsrichter sollten sich unter keinen Umständen Ð während oder nach dem Spiel Ð auf Diskussionen mit Spielern einlassen.

Pferdefürsorge
Schiedsrichter sind auch für die Pferdefürsorge während des Spiels verantwortlich (Regel B). Sie müssen folgendes überprüfen:
a. Gerten Es dürfen keine Gerten eingesetzt werden, die länger als 1,20 m sind. Gerten dürfen nicht benutzt werden, um Pferde zu schlagen, sondern in Ausnahmefällen eingesetzt werden, wenn der Ball gespielt wird. Das bedeutet nicht, dass ein Spieler ein Pferd nicht mit der Gerte berühren kann, um es wachsamer zu machen Ð aber der Spieler darf das Pferd nicht schlagen (Regel K). b. Eisen und Stollen

Die Eisen müssen so angebracht werden, dass es keine scharfen Ecken oder Kanten gibt, die ein Pferd verletzen können. Ein Stollen darf nicht größer als 1,30 cm sein.

c. Pferde

Ein Pferd, das nicht fit ist, darf nicht geritten werden. Die max. Dauer eines Einsatzes eines Pferdes ist in Regel B 1 (h) dargelegt. Es darf kein Pferd geritten werden, das Blut im Maul hat oder Stellen von einer Gerte aufweist. Die Turnierleitung sollte davon in Kenntnis gesetzt werden.
ZUM THEMENBEGINN

Balleinwurf
1. Allgemeines

Schiedsrichter A, der den Ball einwirft, muss sicherstellen, dass sich die Mannschaften mind. 4,50 m vom Schiedsrichter entfernt auf dem markierten "T" in zwei Reihen mit einem Zwischenraum aufstellen und still stehen. Schiedsrichter B hält sich etwa 40 m hinter dem Einwurf auf, um bei Spielbeginn sofort mitzureiten. Der Ball wird vom Schiedsrichter mit der Hand unter der Schulterhöhe kräftig in die Gasse der sich gegenüberstehenden Spieler nach unten geworfen, sodass die Spieler bei der Aufstellung nicht wild um sich schlagen. Ruppiges und gefährliches Spielen ist sofort vom Schiedsrichter zu ahnden. Schiedsrichter A reitet hinter dem Spiel her.

2. Einwurf von der Mitte/Zentrum.

Spielbeginn bzw. Spielwiederbeginn ist von der Mitte, nachdem ein Tor geschossen oder die Tore bei einer Spielverlängerung erweitert wurden. Die Schiedsrichter sollten den Mannschaften ausreichend Zeit geben, um in die Mitte zu galoppieren, nachdem ein Tor geschossen wurde. Bei falscher Seitenaufstellung gibt es keine Wiederholung. Wenn aber am Ende des Chukkers kein weiteres Tor erzielt wurde, sollten die Seiten gewechselt und das Spiel an entsprechend gleicher Stelle, jedoch auf der anderen Spielfeldseite, wieder begonnen werden.


3. Einwurf von der Bande

Der Ball wird von der Bande eingeworfen, wenn er vorher über die Bande oder Seitenlinie geschlagen oder das Spiel angehalten wurde, wie unten beschrieben. Schiedsrichter A stellt sich mit seinem Pferd vor die Bande auf das Spielfeld. Die Teams stellen sich 10 m von der Bande entfernt auf und der Ball wird eingeworfen. Dann ist wie o.a. zu verfahren.

4. Einwurf in Richtung Bande

Der Ball wird immer dann in Richtung Bande eingeworfen, wenn das Spiel mehr als 20 yards (18 m) von der Bande entfernt wieder beginnt und kein Foul gegeben wurde, der Ball eingetreten oder beschädigt wurde, nach einem Unfall oder durch ein Ereignis, das zur Spielunterbrechung führte, bei absichtlicher Verzögerung bei der Ausführung eines Strafstoßes oder nach Vergabe einer Strafe 1. Spielbeginn von der Mitte.

5. Einwurf in rechtem Winkel zur Auslinie

Wenn eine Mannschaft beim Einschlag das Spiel vorsätzlich verzögert, wirft der Schiedsrichter den Ball im rechten Winkel zur Grundlinie von der Stelle ein, von wo der Einschlag ausgeführt werden sollte. Die verteidigende Mannschaft hält sich in Tornähe auf (Regel F 7 C)


Einschläge
Wird der Ball auf der Seite von Schiedsrichter A über die Grundlinie geschlagen, positioniert sich Schiedsrichter A auf der Ballinie hinter dem Tor. Er kann genau die Ballinie verfolgen und den Gegenspieler beobachten, der dem Ball entgegenreitet. Schiedsrichter A reitet hinter dem Ball hinter her. Sobald sich die Mannschaften aufgestellt haben und dies zügig geschehen ist, ruft der Schiedsrichter "play". Schiedsrichter B achtet auf die 30 yards Linie und stellt sicher, dass kein Gegenspieler die Linie überquert, bevor der Ball geschlagen oder nach dem Ball geschlagen ist. Schiedsrichter B reitet parallel und möglichst neben dem Spielgeschehen. Wird der Einschlag verzögert, wirft der Schiedsrichter den Ball im rechten Winkel zur Grundlinie ein. Verzögert die andere Mannschaft das Spiel, wird der Einschlag zur 30 yards Linie verlegt.


Strafstöße
Allgemeines
Die Schiedsrichter haben 16 Möglichkeiten, Strafen für Regelverstöße anzuwenden. Sie sollten die Nummern und die Bezeichnung der Strafstöße kennen, in jedem Fall aber die Bezeichnung. Die meisten Strafstöße werden durch Ausführung eines Freischlages der gefoulten Mannschaft gegeben. Die Schiedsrichter werfen den Ball ein, wenn ein Freischlag falsch ausgeführt wurde oder wenn ein Pferd oder ein Spieler verletzungsbedingt den Platz verlässt. Die Schiedsrichter müssen sicherstellen, dass die Strafstöße fair und angemessen einem Foul entsprechend gegeben werden, immer unter Berücksichtigung der Spielrichtung, und wie und wo sich das Foul ereignet hat. Die Schiedsrichter müssen in ihren Entscheidungen konsequent und gerecht beiden Teams gegenüber sein. Regel Q schreibt die Ausführung von Strafstößen vor. Es ist nicht gestattet, den Ball für die Ausführung eines Strafstoßes hochzulegen. Auch darf nur der Spieler den Ball hinlegen, der den Strafstoß ausführt, unter der Vorraussetzung, dass er dafür nicht länger als 4-5 Sekunden benötigt. Er darf auch nicht mehr um den Ball herumreiten, nachdem der Schiedsrichter "play" gerufen hat. Verstößt der Spieler gegen diese Regel, pfeift der Schiedsrichter und wirft den Ball von der Stelle in Richtung Bande ein. Der Ball befindet sich im Spiel in dem Augenblick in dem der Spieler den Ball geschlagen oder nach dem Ball geschlagen hat. Bei der Ausführung der Strafstöße 2, 3, 4, 5(a) oder 6 oder innerhalb der 60 yards Linie darf der Spieler bzw. seine Mannschaftsspieler den Ball nur noch mit einem halben Schlag spielen, i.e. der Kopf des Schlägers (Zigarre) darf nicht über Schulterhöhe geführt werden, nachdem er den Ball geschlagen hat. Ein Regelverstoß wird mit einem Freischlag von der Stelle geahndet (Strafe 5 a).


Strafe 1 (absichtliches oder gefährliches Foul, um ein Tor zu verhindern)

Die Schiedsrichter, die Strafstoß 1 entschieden haben, informieren den Torrichter, die Fahne zu schwenken und ein Tor anzuzeigen. Schiedsrichter A wird den Ball von der Stelle des Fouls, ca. 10 yards (9m) vor dem Tor in Richtung Seitenlinie/Bande einwerfen.

Strafe 2 (30 yards Freischlag oder Freischlag von der Stelle)

Schiedsrichter A fragt den Kapitän des gefoulten Teams, ob er einen Freischlag von der Stelle des Fouls oder 30 yards gegenüber der Mitte des Tors wünscht. Schiedsrichter A legt den Ball auf die Stelle, an der sich das Foul ereignete. Schiedsrichter B sollte sich inzwischen auf der Grundlinie positionieren bzw. mit entsprechendem Abstand zum Ball aufstellen, um sicher zu sein, dass sich die verteidigende Mannschaft richtig aufgestellt hat (i.e. 30 yards vom Ball entfernt und nicht zwischen den Torpfosten) und auch überprüfen, dass kein Spieler über die Grundlinie reitet, bevor der Ball geschlagen oder nach dem Ball geschlagen worden ist oder zwischen die Torpfosten reitet. Schiedsrichter A sollte "play" rufen, sobald das Spiel fortgesetzt werden kann.


Strafe 3 (40 yards Freischlag)

Schiedsrichter A wirft den Ball auf die markierte 40 yards Stelle und setzt das Spiel fort, wie bei Strafe 2.

Strafe 4 (60 yards Freischlag)

Schiedsrichter A wirft den Ball auf die markierte 60 yards Stelle gegenüber der Tormitte und stellt sich hinter dem Spieler auf, der den Freischlag ausführt. Die verteidigenden Spieler stellen sich hinter der 30 yards Linie auf. Schiedsrichter B stellt sich hinter den rechten Torpfosten und beobachtet das Spielgeschehen von der Grundlinie zusammen mit dem Torrichter, der hinter dem linken Torpfosten steht. Die Schiedsrichter müssen die Fluglinie des Balls genau verfolgen, da es manchmal strittig ist, ob der Ball ins Tor zwischen die Torpfosten geschlagen wurde oder nicht. Im Fall eines Streits zählt die Entscheidung der Schiedsrichter und nicht die des Torrichters. Dabei sollten die Schiedsrichter im Zweifelsfall für die verteidigende Mannschaft entscheiden. Die Schiedsrichter müssen aufpassen, dass kein zweiter voller Schlag bei Freistößen ausgeführt wird (Regel Q 4).


Strafe 5 a (Freischlag von der Stelle).

Schiedsrichter A lässt den Ball an der Stelle fallen, wo gefoult wurde. Schiedsrichter B reitet 30 yards in Richtung, in die der Ball geschlagen wird, und nimmt Stellung, um sicher zu sein, dass die verteidigende Mannschaft mindestens 30 yards vom Ball entfernt bleibt. Strafstoß 5 a kann innerhalb des 60 yards Bereichs gegeben werden, wenn sich das Foul in Nähe der Bande und nicht im Bereich des Tors ereignete.

Strafe 5 b (Freischlag von der Mitte).

Schiedsrichter A wirft den Ball in die Mitte des Spielfeldes gegenüber der Mitte des Tores. Schiedsrichter B verhält sich wie bei Strafe 5 a.


Strafe 6 (Ball über Grundlinie von Verteidiger geschlagen)

Dieser Strafstoß wird gegeben, wenn ein Verteidiger den Ball über die eigene Grundlinie schlägt (Regel F 8), entweder direkt mit dem Schläger oder durch sein Pferd oder durch Abprallen des Balles von der Bande oder einen Torpfosten. Wenn der Ball jedoch von einem stürmenden Spieler oder Schiedsrichter abprallt und über die Grundlinie rollt, gibt es einen Einschlag von der Grundlinie. Ein 60 yards Freischlag wird gegeben gegenüber der Stelle, an der der Ball über die Grundlinie ging, jedoch mindestens 4 yards von der Bande entfernt. Keiner der Verteidiger darf sich innerhalb von 30 yards des Balls aufhalten. Sie können vor der 30 yard Linie, aber nicht hinter dem Ball i.e. der 60 yards Linie sein. Die stürmende Mannschaft kann sich überall aufhalten.


Strafe 7 (a) (Wiederholung des Freischlags)

Begeht die verteidigende Mannschaft bei einem Freischlag einen Regelverstoß, z.B. indem sie durch das Tor reitet, wird der Freischlag wiederholt, wenn kein Tor geschossen oder gegeben wurde. Wenn beide Mannschaften einen Regelverstoß begehen, wird der Freischlag wiederholt, unabhängig vom Ausgang des 1. Freistoßes.

Strafe 7 (b) (Wiederholung des Freischlages von der verteidigenden Mannschaft)

Führt die angreifende Mannschaft die Strafstöße 2 oder 3 nicht regelgemäß aus, erhält die verteidigende Mannschaft einen Freischlag von der Mitte ihres Tores.

Strafe 7 c (Einschlag von der 30 yard Linie)

Wenn bei einem Einschlag die gegnerische Mannschaft über die 30 yard Linie reitet, bevor der Einschlag ausgeführt ist, wird der Einschlag 30 yards vorverlegt und wiederholt (Regel F 7 (b)).


Strafe 7 (d) (unnötige Verzögerung)

Verzögert eine Mannschaft bei der Ausführung eines Strafstosses unnötig das Spiel, pfeifen die Schiedsrichter und setzen das Spiel mit einem Einwurf von der Stelle fort, wo der Strafstoß ausgeführt werden sollte (Regel F 5). Diese Regel ist immer wichtiger geworden, weil die Spieler, die den Strafstoß ausführen, den Ball erst hoch legen, bevor er gespielt wird und dann noch einen langen Anlauf nehmen, sodass die Mitspieler Gelegenheit haben, ihr Pferd zu wechseln. Die Kapitäne müssen einer Auszeit für einen Pferdewechsel nicht zustimmen, es sei denn, dass dies bei Freundschaftsspielen oder geliehenen Pferden ausdrücklich vorher vereinbart wurde.

Strafe 8 (Spieler kann nicht weiter spielen)

Wenn ein Spieler nach Meinung der Schiedsrichter nach einem absichtlichen und gefährlichen Foul nicht mehr in der Lage ist, weiterzuspielen (Regel 0 1c), müssen die Schiedsrichter mit dem Kapitän der Mannschaft des verletzten Spielers Rücksprache nehmen. Dieser hat die Möglichkeit, einen Ersatzspieler zu benennen oder einen Spieler mit dem gleichen/ähnlichen Handicap der anderen Mannschaft vom Spiel auszuschließen. Das Spiel wird dann nur noch mit drei Spielern in jeder Mannschaft fortgeführt.


Strafe 9 a und b (Pferd oder Spieler disqualifiziert oder des Feldes verwiesen)

Die Schiedsrichter sind verantwortlich für das Wohlergehen der Pferde und für die Sicherheit der Spieler und müssen daher auf Einhaltung der Regel A 3 und B 2 achten. Regelwidrig ist z.B., wenn ein Pferd mit einem blinden Auge spielt, es lahmt, nicht zu reiten ist, Unarten hat oder nicht für Polo geeignet oder ausgestattet ist; wie auch Spieler, die spitze Sporen tragen oder hervorstehende Schnallen, zu lange Gerten oder kein sicheres Zaumzeug haben. Bemerken die Schiedsrichter einen solchen Regelverstoß, sollten sie zum Mannschaftskapitän reiten und ihm sagen, dass der Spieler sein Pferd wechseln bzw. den Regelverstoß beheben muss. Das Spiel muss unverzüglich wieder mit einem Einwurf begonnen werden, nachdem der Spieler den Platz verlassen hat. Die Schiedsrichter müssen einen entsprechenden Bericht über das Pferd erstellen, das ausgewechselt werden musste.


Strafe 10 a (Spieler wird für den Rest des Spiels vom Platz verwiesen)

Die Schiedsrichter können einen Spieler für den Rest des Spiels vom Platz verweisen, zusätzlich zu einer anderen Strafe für ein vorsätzliches gefährliches Foul bzw. für einen Regelverstoß gegen Regel P (pers. oder technisches Foul).Der Spieler, der vom Platz gestellt wird, muss sofort den Platz in Richtung Pony Line verlassen. Das Spiel wird mit 3 Spielern seiner Mannschaft fortgesetzt. Die Schiedsrichter müssen einen Bericht schreiben. Bevor ein Spieler des Feldes verwiesen wird, müssen sich die Schiedsrichter abstimmen. Falls sich die Schiedsrichter nicht einig sind, muss der Oberschiedsrichter entscheiden.

Strafe 10 (b) (Spieler wird für den Rest des Chukkers des Platzes verwiesen)

Die Schiedsrichter können einen Spieler für den Rest des Chukkers für ein ähnliches aber nicht so gravierendes Foul wie bei 10 a vom Platz stellen. Das Vorgehen ist wie bei 10 a.